Hefe selbst vermehren

Na, heute schon gebacken? Hätte mir jemand noch vor ein paar Wochen gesagt, dass Hefe neben Toilettenpapier in diesen speziellen Zeiten zu den begehrtesten Produkten gehören wird, ich hätte die Person wohl ausgelacht. Nun stehe ich da, ohne Hefe, dafür mit Mehl, Mozzarella, Pilzen und ordentlich Appetit auf Pizza.

Was tun? Ganz einfach: Telefoniert im Familien- oder Freundeskreis ein bisschen rum, findet eine Person, die euch ein Päckchen Trockenhefe oder einen Würfel frische Hefe abtreten kann und vermehrt diese einfach selbst! Ich hatte Glück, denn sowohl meine Mutter als auch meine Schwester haben mir jeweils ein Tütchen abgegeben, die ich dann tatsächlich beide gebraucht hab. Der erste Versuch ging nämlich in die Hose, aber das macht gar nix, denn dafür kann ich euch von meinen Fehlern berichten, damit ihr sie nicht nochmal macht.

Die Zutaten

  • 1 Päckchen Trockenhefe oder ½ Würfel frische Hefe
  • 100 g helles Mehl
  • 100 ml Wasser
  • 15 g Zucker
Hefe ganz einfach selbst vermehrt

Das Rezept

  • Gib alle Zutaten in eine Rührschüssel und verrühre sie gut miteinander. Die Schüssel sollte nicht zu klein sein, da der Hefeansatz aufgeht.
  • Bedecke die Schüssel danach mit einem Tuch und stelle sie an einen warmen Ort. Feuchte das Tuch am besten leicht an, damit dir dein Teig nicht eintrocknet.
  • Nun lässt du den Hefeansatz zwei bis mehrere Stunden stehen.
  • Ob deine Hefe fertig ist, siehst du daran, dass sich das Teigvolumen stark vergrößert hat und der Teig große Blasen hat.
  • Ist die Hefe fertig, füllst du sie in Eiswürfelformen und frierst sie ein.
  • Bei Bedarf kannst du deine neue Hefe nun stückchenweise entnehmen.

Die so vermehrte Hefe könnt ihr verwenden wie frische Hefe. Ich habe sie vor Verwendung langsam auftauen lassen und dann ganz normal mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeitet. Auch bezüglich der Gehzeit hat sich „meine“ Hefe nicht von gekaufter Hefe unterschieden, aber auch hier gilt: Stellt den Teig an einen warmen Ort, lasst ihn nicht austrocknen und beobachtet dann einfach, wie er aufgeht. Hat sich das Volumen deutlich vergrößert, ist der Teig fertig.

Die fertige Hefe kann wie frische oder Trockenhefe verwendet werden

Das solltest du vermeiden

Ich hab ja schon angedeutet, dass mein erster Versuch nicht ganz so funktioniert hatte, wie es geplant war. Die Zutaten hab ich wie beschrieben gemischt und an einen warmen Ort gestellt, im Wohnzimmer, direkt neben dem Holzofen. Schon nach kurzer Zeit hat der Teig wunderbar Blasen geworfen und sich vergrößert, eigentlich ideal, um ihn einzufrieren. Müde und kaputt wie ich war (ja, so ganz ohne Krippe wird es langsam anstrengend…), hab ich den Teig aber noch über Nacht stehen lassen, ein bisschen länger schadet ja im Normalfall nicht. Hätte es auch nicht, wenn ich mein Tuch ausreichend angefeuchtet hätte. Von meinem tollen, fluffigen Hefeansatz war am nächsten Tag nur noch ein zusammengefallener Klumpen mit eingetrockneter Oberfläche übrig. Weil ich Lebensmittel wirklich extrem ungern wegschmeiße, hab ich versucht, die Kruste abzukratzen und die noch flüssig gebliebene Hefe zu verwenden, allerdings hatte dieser die Triebkraft gefehlt.  

Jetzt wünsche ich euch aber ganz viel Spaß beim Hefe vermehren und vor allem beim anschließenden Backen. Ich bin schon gespannt, was bei euch für leckere Kreationen entstehen!

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