Gedanken zu… Zwischen den Jahren

Eigentlich schreibe ich hier über Rezepte und Ernährung, über Gesundheit und darüber wie wichtig es ist, seinen Körper mit hochwertigen Lebensmitteln gut zu versorgen. Eigentlich schreibe ich darüber, dass wir nur diesen einen Körper haben und auf ihn Acht geben müssen. Eigentlich ist es auch immer viel leichter, anderen Ratschläge zu geben anstatt sich selbst daran zu halten, oder?

Zum Nachdenken gebracht hat mich ein ganz simples Bild auf Instagram, gepostet von Nathalie von „Eine ganz normale Mama“. Sie schreibt, dass sie die Zeit „Zwischen den Jahren“ so sehr liebt, weil man in diesen wenigen Tagen nichts muss – nicht arbeiten, nicht telefonieren, keine E-Mails beantworten, sondern einfach nur Sein. Und ich gebe ihr Recht. Erst gestern hatte ich die gleichen Gedanken, nach einem ruhigen Nachmittagsspaziergang, ganz ohne Hast, ohne Eile. Weihnachten ist vorbei, Silvester ist noch ein paar Tage entfernt und der Arbeitsalltag weit weg im neuen Jahr. Und jetzt? Jetzt müssen wir gar nichts. Wir dürfen einfach mal Inne halten, zur Ruhe kommen, den Moment genießen. Vielleicht bei einer Tasse Tee oder einem alten Film aus Kindertagen, gemütlich vor dem Ofen oder auf dem Sofa mit Blick auf den geschmückten Weihnachtsbaum. Die Lichter genießen, die Stille genießen.

Und mitten in dieser Stille frage ich mich, warum es erst Weihnachten werden musste, damit ich mir das eingestehen kann? Warum musste erst wieder ein Jahr zu Ende gehen, bis ich mir selbst diese Ruhe, diese Zeit des bewussten Nichtstuns gönne?

Weihnachten – Zeit der Liebe, der Stille und Reflektion

Das Jahr ist wie nichts vorbei gezogen und rückblickend ist so viel passiert: Gleich im Februar habe ich die Zertifikatsprüfung zu meinem Fernlehrgang abgelegt und bin nun „zertifizierter Ernährungsberater“. Ende November kam dann das Zeugnis zur „Fachberatung für die Ernährung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen“ dazu. Nach einem Jahr Elternzeit ging im April der Arbeitsalltag wieder los. Für unsere Maus wurde es richtig spannend, denn sie ist im September in die Krippe gekommen und wir dürfen täglich sehen, wie gut sie dort aufgehoben ist und wie sehr sie den täglichen Kontakt mit Gleichaltrigen genießt. Auch werde ich das Jahr als Vegetarier beenden – der Verzicht auf Fleisch und Fisch war ein Entschluss, den ich vor etwa einem halben Jahr gefasst habe.

Nach Inkrafttreten der DSGVO habe ich meinen Blog stillgelegt, es aber nie übers Herz gebracht, die vielen Artikel zu löschen. Die vielen Rezepte und Bilder, die vielleicht nicht perfekt, aber mit so viel Leidenschaft und Freude entstanden sind – entstanden, um anderen zu zeigen, wie leicht und lecker gesunde Ernährung ist und um ein Stück der Freude zu teilen, die ich beim Kochen empfinde. Der Traum, nebenbei als Ernährungsberater zu arbeiten und den Menschen dabei zu helfen den Weg durch die vielen Ernährungsmythen hin zu einem gesunden Leben zu finden, ist  nach dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben auf der Strecke geblieben, ebenso wie der Vorsatz, weiterhin regelmäßig Sport zu treiben und täglich Yoga zu üben.

 Klare, kalte Luft, keine Hektik, keine Eile: Ich liebe die Spaziergänge „zwischen den Jahren“

Es ist so viel passiert und ich denke, ich habe alles im Großen und Ganzen gut gemeistert. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass zwischen Arbeit und Haushalt, zwischen Kochen und Kind, zwischen Waschen und Wickeln, Einkaufen und diesem hohen Anspruch an mich selbst das alles zu schaffen doch ab und zu mal etwas auf der Strecke geblieben ist – und zwar ich. Ich habe verlernt, einfach mal zu entspannen, zu genießen und Inne zu halten. Einfach mal den Staubsauger im Schrank und die Wäsche im Korb sein zu lassen und mir stattdessen ein Buch und eine Tasse Tee zu nehmen und etwas Zeit für jemand ganz Wichtigen: Für mich.

Ist es nicht verrückt, dass erst das Jahr zum Ende kommen muss, dass es erst Weihnachten werden muss, ehe wir verstehen, dass es nicht immer der perfekte Haushalt und das frisch gekochte Essen sein muss, sondern dass man oft den meisten Spaß in einem wild bespielten Wohnzimmer hat, ein belegtes Brot in der einen und ein Glas Saft in der anderen Hand. Ich bin kein Mensch für Neujahrsvorsätze, denn eigentlich sollte man kein neues Jahr brauchen, um etwas zu ändern. Die Gedanken, die ich mir zu dieser Zeit, „Zwischen den Jahren“, gemacht habe, möchte ich aber mitnehmen, in mir tragen und immer wieder hervorholen, wenn es nötig ist: Wir dürfen Inne halten, genießen und auch mal Nichts tun.

Mit diesen Worten wünsche ich dir und deiner Familie noch eine schöne Zeit „Zwischen den Jahren“, ein wundervolles Silvester und ein tolles neues Jahr! Wenn du magst, kannst du gerne deine Gedanken zu diesem Thema in den Kommentaren mit mir teilen – ich freu mich!

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