Koffeinfrei – aber bitte natürlich!

Seit meiner zweiten Schwangerschaft trinke ich nur noch koffeinfreien Kaffee. Nicht, weil ich den Konsum von Koffein in normalem Maß als schädlich ansehe, sondern einfach, weil ich ihn nicht brauche. Das Gute daran: Wenn ich dann mal einen „echten“ Kaffee trinke, bin ich wach bis in die Puppen. Das Schlechte: Plötzlich werde ich mit Themen konfrontiert wie Schadstoffe in koffeinfreiem Kaffee und chemischem Entkoffeinierungsverfahren. Schadstoffe? Chemie? In meinem Kaffee?

Ich trink doch so wenig Kaffee…

Ich bin ganz ehrlich, anfangs hab ich das Ganze geschickt ignoriert. Ich trink ja nur 2 Tassen am Tag und so schlimm wird es schon nicht sein, schließlich darf der Kaffee ja ganz offiziell verkauft werden. Doch so ist es ja auch mit Milch von Kühen, die mit glyphosatbehandeltem Futter gefüttert werden und mit Geschmackstropfen und -pulvern, die voll mit Sucralose sind. Alles Stoffe, die als unbedenklich gelten, die ich persönlich aber nicht in meinem Körper haben möchte.

Also hab ich angefangen zu lesen, noch mehr zu lesen und ein paar Videos zu gucken. Immer wieder bin ich auf Begriffe wie „Benzol“, „Dichlormethan“ und „CO² Verfahren“. Klingt irgendwie alles nicht so recht vertrauenserregend? So ging es mir auch, deshalb erkläre ich das kurz:

Entkoffeinieren – wie geht das eigentlich?

Benzol ist ein giftiger und krebserregender Stoff, der verwendet wurde, um Kaffee zu entkoffeinieren. Das Verfahren dahinter nennt sich „Roselius-Verfahren“ und wird aufgrund der Giftigkeit des Stoffes zum Glück nicht mehr angewendet.

Dichlormethan ist ebenfalls ein Lösemittel, das im sogenannten „direkten Verfahren“ zum Einsatz kommt. Hier werden die Kaffeebohnen zuerst in Wasserdampf eingeweicht und anschließend für etwa 10 Stunden mit Dichlormethan und Ethylacetat gespült, um das Koffein zu lösen. Auch Dichlormethan steht unter Verdacht, krebserregend zu sein, weshalb es wichtig ist, alle Rückstände des Lösungsmittels von den entkoffeinierten Bohnen zu entfernen. Der Teil an Dichlormethan, der zurückbleibt, darf festgelegte Grenzwerte nicht überschreiten.

Hinter dem Namen „CO² Verfahren“ oder „Kohlendioxid-Verfahren“ versteckt sich ein Entkoffeinierungsverfahren, bei dem die Bohnen, die auch hier erst mit Wasserdampf eingeweicht wurden, unter Druck mit flüssigem Kohlendioxid gespült werden. Durch diesen Vorgang geht das Koffein in das Kohlendioxid über, zurück bleibt eine koffeinfreie Bohne.

Das Verfahren, das bei einem Großteil des in Supermärkten und Discountern angebotenen Kaffee angewendet wird, ist das „direkte Verfahren“ unter Zuhilfenahme von Dichlormethan. Aufgrund ständiger Kontrollen wird der festgesetzte Grenzwert an Rückständen nicht über-, sogar meist noch weit unterschritten.

Durch das „CO²-Verfahren“ entkoffeinierter Kaffee findet sich meist in Bioläden und liegt preislich etwas höher. Das ist zum einen durch die Bio-Qualität der Bohnen begründet, zum anderen durch das garantiert unschädliche Entkoffeinierungsverfahren, das um einiges aufwändiger ist, als das „direkte Verfahren“.

Welchen Kaffee wählst du?

Mich persönlich schrecken solche Geschichten ab. Egal ob Saccarose, Glyphosat oder Dichlormethan. Egal, ob Grenzwerte unterschritten werden und das Ganze als Unbedenklich eingestuft wird. All das sind Stoffe, die ich nicht in meinen Lebensmitteln und haben und deren Einsatz ich mit meinem Konsum nicht unterstützen möchte. Auch wenn es so viel bequemer ist, einfach zum nächstbesten entkoffeinierten Kaffee zu greifen, so werde ich mir die Etiketten in Zukunft ganz genau durchlesen und auch bei Kaffee lieber ein paar Euro mehr investieren – für den Geschmack, für die Umwelt und für meine Gesundheit.

Quellen:

lebensmittellexikon.de

t-online.de/leben/essen-und-trinken

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